Samstag, 5. Oktober 2013

Regen

 
 
Vorgestern war wunderschönes Herbstwetter, klar sonnig, einfach traumhaft.  
 
Heute regnet es, ununterbrochen. Es ist dunkel und düster. Ein Grund für schlechte Laune?
Nein, denn es wird nicht so bleiben. Weder das herbstliche Sauwetter noch die Sommersonne bleiben uns erhalten.  Leben auf diesem Planeten bedeutet nun mal steter Wandel. Unser Leben ist nie Stillstand. Im Grunde ist es genau das, was Leben ausmacht, ja es erst ermöglicht: Änderung. Sei es nun das Wetter, die Natur, unser Organismus oder der Ablauf unseres eigenen kleinen Lebens - alles unterliegt einem ständigen, unaufhörlichen Wandel. Leben ist Veränderung.
 
Daher ist das Wesentliche, was man besser früher als später im Leben begreifen sollte, dass sich die Dinge ändern. Es tröpfelt entweder langsam vor sich hin oder stürzt plötzlich auf uns ein. Auf jeden Fall jedoch bleibt nichts so wie es ist. Das ist banal und doch elementar. Wohl dem, der sich flexibel mit den Unwägbarkeiten arrangieren kann, der sich den Gegebenheiten anpasst, anstatt daran zu zerbrechen. Mit Anpassen ist allerdings auf keinen Fall gemeint, Ungerechtigkeiten oder Gemeinheiten hinzunehmen oder sich klein zu machen. Nein, anpassen bedeutet auch zu kämpfen, wenn die Situation es erfordert. Gemeint ist Anpassen im Sinne von sich der Realität stellen und sich nicht der Illusion hinzugeben, alles müsse so bleiben, wie ich es gewohnt bin. Anpassen heißt akzeptieren, dass sich etwas geändert hat und ich mich umstellen muss, indem ich kämpfe, ausharre, neu anfange, mir Lösungswege überlege oder einfach nur genieße und abwarte.
 
Änderungen können ja auch bedeuten, dass sich etwas eher Schlechtes/Unangenehmes zum Guten wendet. Eine Veränderung, die im ersten Moment unwillkommen oder als unbequem betrachtet wird, kann sich als echte Chance mausern. Wir sollten trainieren, Neues, Ungewohntes willkommen zu heißen, anstatt uns davor zu fürchten - auch bzw. ganz besonders - Unannehmlichkeiten und Probleme. Ein Leben ohne Schwierigkeiten gibt es nicht. Wer das erkannt hat, hadert nicht mehr mit einem regnerischen Tag, sondern nutzt ihn für Dinge, die bei Regen Spaß machen (ausschlafen, lesen, aufräumen, putzen, Kuchen backen, mit Regenschirm und Gummistiefel durch Pfützen stapfen...), nur derjenige wird einen schlechten Tag haben und sich beklagen, der den Regen nicht akzeptiert und darauf besteht, leicht bekleidet im Liegestuhl liegen zu wollen.

Vor nicht allzu langer Zeit ist meine Mutter gestorben, ganz unspektakulär. So wie sie gelebt hat, so ist sie gestorben: still und leise. Ihr Tod hat mich durcheinander gebracht. Es hat sich plötzlich etwas geändert, was ich für einen stabilen Zustand gehalten habe. Meine Eltern sind beide ziemlich alt (geworden). Selbstverständlich war mir klar, sie würden irgendwann einmal nicht mehr da sein. Und dann war es doch unfassbar, das es sie einfach nicht mehr gibt. Sie wird mir ganz bestimmt nie wieder aus dem Küchenfenster zuwinken und mich anlachen. Meine Mutter ist tot. Das hat mich aufgerüttelt. Mehr noch als bisher möchte ich ganz bewusst jeden Augenblick des Lebens auskosten.
 
Alles, wirklich alles, ist vergänglich. Auch ich werde nicht ewig auf der Party des Lebens mitfeiern, genauso wie andere mir lieb gewordene Menschen. Ich versuche das zu begreifen, vor allem aber möchte ich es akzeptieren und mich damit arrangieren. Meine Mutter, die Frau, die mir das Leben geschenkt hat, es gibt sie nicht mehr. Für mich ist das eine massive Veränderung. Ich hadere nicht damit.
 
Aber ich bin traurig, trauere um sie und ich vertraue darauf, dass andere Menschen das verstehen. Ich muss nicht so tun, als ob es mir nichts ausmacht. Meine Kinder, Freunde, Bekannte, Kollegen verstehen das und sind mitfühlend, freundlich, hilfsbereit. Das hilft, wärmt.
 
Es gibt auch die Trauer um Menschen, die zwar nicht gestorben sind, uns aber trotzdem verlassen haben. Dies ist dann meistens eine Trauer, die wir mit uns allein ausmachen müssen, weil es eine Trauer ist, die weniger öffentlich stattfindet und sie kann manchmal ebenso sehr schmerzen wie die Trauer um einen Verstorbenen. Nur wird man dann eher selten warm gehalten. Besonders schmerzlich ist es, wenn die Trennung von Streit und bösen Worten begleitet war.
 
Ein Abschied, warum auch immer er sein muss, sollte möglichst im Guten stattfinden, weil die Trauer dann nicht vergiftet ist. Liebevolle Trauer ist eingebettet in schöne Erinnerungen, vergiftete Trauer belastet und lässt uns schwer zur Ruhe kommen.
 
Abschied und Tod, das sind Veränderungen, mit denen wir leben müssen. Sie tun weh. Sie tragen dennoch auch die Möglichkeit auf positive Veränderungen in sich, selbst dann, wenn wir uns das zunächst nicht vorstellen können. Alles ändert sich und alles kann besser werden, wir dürfen uns nur nicht den Veränderungen entgegenstellen. Das kostet unnötig Kraft, die viel besser dafür verwendet werden kann, etwas Neues aufzubauen. Nicht den Fluss des Lebens aufstauen, sondern sich von ihm treiben lassen und darauf vertrauen, dass nach Untiefen oder starken Strömungen,  nach der nächsten Biegung ganz gewiss doch wieder ruhiges Gewässer auf uns wartet.
 
Es regnet noch immer und es ist gut so.
Ich freu mich auf die Sonne, wann immer sie wieder scheinen mag.
 
 

Samstag, 7. September 2013

Die Wanne Traurigkeit auskippen!

Du hast dich geärgert.
Jemand hat dir weh getan, dich verlassen oder gekränkt.
Etwas ist anders verlaufen als erwartet.
Aufgaben und Verpflichtungen scheinen dich aufzufressen.
 
Wenn du traurig bist, trauerst, das Leben rücksichtslos und grausam mit dir umspringt -wie überstehst du das?
Wenn du einsam bist, verlassen, dich ungeliebt fühlst - was baut dich dann wieder auf?
Wie schaffst du es nicht zu verzweifeln, wenn du voller Zweifel bist, man dir den letzten Rest Vertrauen genommen hat?
Wie schöpfst du neuen Mut, wenn alles aussichtslos scheint?

Wer holt dich da wieder raus - wenn nicht du selbst?

Vielleicht hängst du dich vor die Klotze oder surfst im Internet, suchst Trost in Chatrooms oder Foren.
Vielleicht frisst du auch den Kummer in dich rein zusammen mit Chips und Schokolade.
Oder schluckst ihn runter als Kummercocktail mit Wein oder Schnaps.
Oder du beruhigst dich mit Pillen. Tröstest dich vielleicht mit einem neuen Kleid.

Es gibt so viel kleine und große Trösterchen, die aber alle gemeinsam haben, dass sie 1. nicht dauerhaft helfen und 2. oft die Situation noch verschlimmern: zusätzliche Kalorien, ein dicker Kopf, ein leeres Konto...

Es gibt einen ganz einfachen Weg, der 100%ig hilft: Rausgehen. Tief durchatmen. Loslassen.

Immer und überall, auch bei ganz schlechtem Wetter. Draußen sein, sich bewegen, Sonne und Wärme fühlen oder Kälte und Regen spüren. Die Elemente der Natur, sie erden dich. Sie helfen,
entweder weil es schön ist (warm und sonnig) oder weil es ungemütlich ist (kalt und nass). Beides hilft.
Die Bewegung hilft die Anspannung abzubauen. Es ist ein ureigener Reflex jedes höheren Lebewesens, Gefahren davon zu laufen. Stress jeglicher Art nimmt der Körper als Gefahr wahr. Laufen und sich bewegen sind ganz natürliche Ventile, um Druck abzulassen.
Die frische Luft, sich dem Wetter aussetzen klärt obendrein die Gedanken.
Gerüche, Eindrücke machen kreativ, regen die Phantasie an und schaffen somit Raum für neue Perspektiven. Plötzlich ist alles gar nicht mehr so aussichtslos. Man sieht nicht nur den Horizont in der Landschaft, sondern auch wieder Land im Meer der Verzweiflung.

Das Problem hat sich sicher nicht urplötzlich aufgelöst nur wegen eines Dauerlaufs im Dauerregen.  Aber du hast ihm die Macht über deine Gefühle und Gedanken genommen. Du hast wieder die Kontrolle. Die Macht der Traurigkeit, der Einsamkeit, oder des Ärgers hat nachgelassen, ist verpufft. Kraft und neuer Mut haben sich durchgesetzt. Die Wanne Elend ist zum Kummer-Tropfen geschrumpft.

Irgendwas hat dich verletzt, irgendwer war böse, ungerecht, gemein zu dir, aber draußen im Wald oder Feld (alternativ der Stadtpark) erscheint das auf einmal gar nicht mehr so tragisch. Der Duft von Bäumen, Wind oder Wasser haben deine Gedanken gereinigt. Der Anblick von Tieren, Pflanzen oder freundlichen Mitmenschen haben dich abgelenkt und daran erinnert, dass das Leben zu viele Facetten hat, um sich von einer einzigen aus der Bahn werfen zu lassen.

Nach draußen gehen hilft, das Problem aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, Abstand zu gewinnen, sich abzulenken, zu vergessen, um dann später das Übel gelassener anzugehen.

An der frischen Luft bewegen hilft immer! Versprochen. Ich hab es oft genug ausprobiert.

Eure Mo.

Sonntag, 18. August 2013


Eine Ode an das Leben

Jedes einzelne Leben ist einzigartig und daher unendlich wertvoll.
Selbst wenn man aus religiösen Gründen an eine Wiedergeburt glaubt, so muss man doch einsehen, dass dieses jetzige Leben irreversibel ist - in allen seinen Facetten und Möglichkeiten. Es ist einmalig.
Jedes Lebewesen, jeder Mensch ist einmalig und kostbar.

Der Tod/das Beenden des Lebens ist unwiderruflich, endgültig, durch nichts und niemanden umkehrbar.
Erst wenn man sich dessen bewusst wird, kann man ermessen, welches Glück darin besteht, leben zu dürfen. Und erst recht, wenn man mit einem funktionsfähigen, gesunden Körper ausgestattet ist.
Allein das ist Grund genug, glücklich zu sein. Denn das ist keineswegs selbstverständlich. Die Natur  kennt viele Variationen, Spielarten, die dann ggf. Behinderungen mit sich bringen und das alltägliche Leben, so wie es sich die Mehrheit der Menschen eingerichtet hat, erschweren.

Aber selbst ein Mensch mit Behinderung kann sich dankbar schätzen, dass er „dabei“ sein darf. Die Natur hat ihn nicht mit seinem Handicap "gestraft". Es ist vielmehr Zufall, eine Spielerei der Natur, dass bestimmte Funktionen anders als gewohnt ablaufen oder gar fehlen. Das Leben bzw. die Natur, sie probiert, testet ständig Neues aus. Ob dabei ein Gewinn, ein Vorteil oder eher ein schwerwiegender Nachteil für das betreffende Individuum entsteht, ist der Natur erst einmal egal. In der langen Abfolge der Evolution zählt nicht das einzelne Ergebnis, sondern vielmehr die Summe all dessen, was war und was noch entsteht. Ständige Anpassung und Experimente führen zu immer mehr Vollendung, die erst Jahre vielleicht Jahrhundert oder Jahrtausende Jahre später in Erscheinung tritt.

Menschen wie Stephen Hawking, die man vielleicht auf den ersten Blick für lebensunfähig halten möchte, gar bemitleidet, halten an ihrem Leben fest und bringen uns weiter mit ihrer Arbeit und ihren Erkenntnissen, vor allem aber mit ihrer Lebensbejahung.

Es ist für jeden eine Gnade Leben zu dürfen.

Erst recht für Menschen, die gesund sind, die am "normalen" Leben teilhaben können, sollte es Grund genug sein, jeden Augenblick zu genießen, dankbar zu sein. Dazu gehört, seinen Körper zu pflegen, ihn zu achten, auf ihn zu "hören", ihm zuzuhören. Jede Unachtsamkeit, jede Verschwendung von Zeit, jeder Ärger und jede Hast ist Undankbarkeit gegenüber dem kostbaren Geschenk leben zu dürfen.
Verzweiflung, Suizidgedanken, Hass all diese Gefühle können nur dann gedeihen, wenn man vergisst, wie einzigartig, wie zufällig, wie kostbar die Entstehung von Leben ist.
Und machen wir uns nicht oft selbst das Leben am schwersten? Mit bösen Gedanken, Neid, Eifersucht, Habgier und Zweifeln?
Es gibt prinzipiell keinen Grund unzufrieden zu sein. Es besteht immer die Möglichkeit, etwas zu ändern. Und sei es nur ein klitzekleiner Tropfen im Ozean der Unwägbarkeiten. Jeder Wille, es besser zu machen, zählt.

Es gibt keine Menschen, die keine Probleme haben, die nicht kämpfen müssen. Jeder hat „sein Päckchen zu tragen“. Jeder. Keiner bleibt von Unannehmlichkeiten verschont. Wenn man genau  hinschaut, dann gibt es weder grenzenloses Glück noch grenzenloses Leid. Alles ist einem steten Wandel unterzogen, wem heute die Sonne scheint, der muss vielleicht morgen schon Holz für einen kalten Winter besorgen. Und wo es lange trüb und dunkel war, da bricht auf einmal ganz unerwartet der Himmel auf.


Immer wieder dankbar sein und achtsam, d.h. glückliche Umstände erkennen und schöne Momente genießen. Jetzt scheint die Sonne und scheint sie nicht, dann gibt es vielleicht einen Regenbogen zu bestaunen oder das Glitzern von Schneekristallen. Das Universum ist unendlich groß und es mag sein, dass wir die Einzigen sind, die leben dürfen – auch wenn unser kleines Leben nur ein Tropfen ist im Ozean der Zeit. Aber auch dies sollte uns nicht hadern lassen. Denn erst das Bewusstsein, von Endlichkeit treibt uns an. Wer würde sein Haus in Ordnung halten, wenn er dies auch noch in 300 Jahren machen könnte? Wir könnten keine Kinder und somit keinen Sex haben, wenn wir ewig leben müssten.
Nur weil wir vergänglich sind, gibt es Entwicklung,  Fortschritt, Neues. Eine statische Existenz ohne Wandel wäre langweilig, ja grausam eintönig. Erst das Sterben, der Tod ermöglicht  das Leben, denn Leben ist Bewegung, Wandel.
Wir haben die einzigartige Chance in einer wunderbaren Welt zu leben, an die wir seit tausenden von Jahren angepasst wurden - durch Ausprobieren - und es haben diejenigen unserer Ahnen überlebt, die sich am besten anpassen konnten an Klima, Nahrung, Krankheiten und an das Miteinander mit anderen Menschen.

Wir alle gehören zu den Siegern und können uns jeden Tag darüber freuen!

Sonntag, 4. August 2013

Stille.

So still, dass man die Tropfen hören kann, die von den Blättern fallen nach einem heftigen Gewitterregen. Die Stille nach dem Sturm. Zum ruhigwerden, zum Luftholen. Zum wieder bei sich selbst ankommen und sich geborgen fühlen.

Ruhe. Die Ruhe, die die Zeit tropfen lässt.
Ruhe, um seinen Gedanken zuhören zu können.

Viele Menschen halten Stille nicht aus. Sie haben Angst davor. Angst mit sich selbst allein sein zu müssen, daher verstecken sie sich hinter permanenter Geräuschberieselung. Das können Medien wie Fernsehen, Radio, Telefonate, aber auch pausenloses Geplapper oder das Lesen und Schreiben von Nachrichten in sozialen Netzwerken, technische Geräte usw. sein. Alles, was dazu beiträgt, sich nicht selbst hören zu müssen. Ablenkungen von der Unerträglichkeit des Alleinseins.

Doch Ruhe und  Stille sind Oasen inmitten der grellen Wüste aus Eile, Ärger, Druck und Sorgen. Stille heilt.

Ruhe ist nicht nur die Abwesenheit von Geräuschen. Ruhe ist auch die Abwesenheit von nagenden Sorgen oder Gedankenspiralen. Stille im Kopf. Einüben von "Nichts-Denken", um Klarheit in seine Gedanken zu bringen. Auch das geht tröpfchenweise. Jeden Tag ein paar Minuten und seien es nur
Fünf inmitten von Terminen und Verpflichtungen. 5 Minuten nichts hören, nichts tun, nichts denken.

Wir sollten jeden Tag Minuten oder gar Stunden für das Alleinsein mit uns selbst finden. Stille genießen. Wer seine Pausen nur auf 5 oder 6 Wochen Urlaub im Jahr verteilt (der ja auch organisiert werden muss und vollgestopft wird mit Muss-Erlebnissen), der erholt sich nicht. Warum fühlen wir uns denn nach einem Tag Arbeiten wieder urlaubsreif? Weil es nicht die Wanne voll mit Urlaubstagen ist, die den Geist reinigt und regeneriert. Nein, es sind die kleinen Tropfen der Stille und Ruhe im Alltag, die uns helfen nicht zu verbrennen im Feuer der Verpflichtungen. Jeder Tropfen Stille höhlt den Stein des Drucks, der uns krank machen kann.

Stille. In einer lauten Zeit, in einem lauten Leben ist Stille zum Luxus geworden. Wertvoller als ein neues schnelles Auto oder der teure Club-Urlaub mit pausenloser Animation.

Wenn wir uns selbst finden wollen, müssen wir die Stille suchen - in uns und um uns herum.
 

Ich wünsch Euch eine ruhige Nacht und einen Tag der Stille!
 

Sonntag, 28. Juli 2013

Morgens unterwegs!

Letzte Woche - weil es abends zu heiß war - bin ich das erste Mal seit Jahren wieder morgens vor der Arbeit gelaufen. Es war einfach phantastisch!

Konkret bedeutete dies:
Gegen 5.15 Uhr raus aus dem Bett, um spätestens gegen 6.00 Uhr zu starten (vor dem Frühstück). Vor allen Dingen bedeutete es aber meine Komfort-Zone zu verlassen, den Bereich des Angenehmen und Gemütlichen, sprich mein Bett.

Warum tu ich das?
Weil es wichtig ist, immer mal wieder die Grenzen seiner Bequemlichkeit, seiner eingefahrenen Gewohnheiten zu überschreiten. Neues auszuprobieren.
Und weil es weniger Spaß macht abends bei 30 Grad im Schatten durch die Gegend zu rennen. Also müssen Alternativen ausgetestet werden.

Grundsätzlich:
Wenn wir immer nur das tun, was bequem und einfach ist, dann bringt uns das nicht weiter. Unser Leben verarmt, wir langweilen uns. Langeweile wiederum führt dazu, dass wir vor dem Fernseher rumhängen, stundenlang und sinnlos im Internet surfen, uns mit Süßigkeiten vollstopfen, zu viel Alkohol trinken usw. Wir werden träge, unzufrieden, aggressiv, ungerecht. Wir verlieren den Kontakt zum Leben, zur Natur, zu unserer Natur, zu unserem Körper.

Aber was bringt es konkret um Fünf aufzustehen und um Sechs durch die Gegend zu rennen?
Zunächst einmal erstaunte Blicke (falls irgend ein Zeitgenosse bereits um diese Zeit verschlafen aus dem Fenster guckt), Unverständnis und albernes Gelächter (wenn man es erzählt).
Vor allem aber bringt es ein Super-Körpergefühl, das den ganzen Tag anhält. Eine Art Prickeln und Frische. Die Gewissheit schon vor Arbeitsbeginn etwas ganz besonderes geleistet zu haben. Und das beruhigende Gefühl den Körper bereits auf Trab gebracht zu haben, man kann sich also getrost für den Abend etwas anderes Schönes vornehmen. Es hat was Entspannendes, Körper und Geist sind angenehm beruhigt, aber auch beschwingt. Einfach wach und gut gelaunt.
Und dann das Laufen an und für sich: das Durchatmen am Morgen, wenn alles noch frisch ist, die Sonne langsam aus den verschlafenen Wolken hervorkriecht, der Duft der frisch gemähten Wiesen, viel intensiver als am Nachmittag. Die Gesellschaft mit sich selbst, die Stille, die friedliche Seite des Alleinseins. Es ist Glück pur.
Natürlich macht das auch in Gesellschaft Spaß, hat dann seine eigene Qualität. Aber die Anstrengung erst mal jemanden davon zu überzeugen, mit zu kommen, kostet viel Kraft. Ein Grund, es dann lieber ganz lassen. Deshalb: Erst mal alleine damit anfangen.

Aber auch bei diesem Erlebnis zählt: in kleinen Schritten: Besser 5 Minuten früher aufgestanden und 5 Minuten draußen gewesen sein, als gar nicht.
Die Aussicht auf eine Stunde laufen, kann den Entschluss früher aufzustehen im Keim ersticken. Das erschlägt den müden Geist und den bettwarmen Körper.
Aber 5 Minuten, da lassen die beiden müden Gesellen schon eher mit sich reden. 
Haben Körper und Geist erst mal registriert und gespeichert, wie toll das doch die letzten Tage war, wie gut sich das angefühlt hat, am Morgen zu laufen, dann wurde es zur schönen Gewohnheit. An diesem Punkt werden aus 5 Minuten ganz wie von selbst 15 Minuten, bald 30 oder 45 Minuten. Der Anfang ist das Wesentliche. 

Wie es dann im Herbst weitergeht, wenn es noch dunkel ist um Sechs in der Frühe? Das sehen wir, wenn es so weit ist.

Viel Spaß morgen früh im Feld (Waldlauf nur mit Hund, denn Wildschweine sind auch Frühaufsteher! Smile!

Samstag, 27. Juli 2013

1.  Ich möchte jetzt meine Füße in einer Schüssel mit kaltem Wasser abstellen.
2.  Das war unheimlich aufregend, als ich der Wildsau im Wald gegenüberstand.
3. Unterwegs mit dem Rad und den kühlen Wind am Körper spüren.
4. Es gibt viel zu viel zu wenig.
5.  Können wir jetzt endlich ins Bett gehen?.
6.  Das kann ich gut: ein schnelles und leckeres Abendessen zubereiten.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf morgen, und für morgen habe ich trödeln und ausruhen geplant und morgen ist ja schon Sonntag!
Heute ist Samstag, der 27.07.2013 und es ist drückend heiß.

Sonntag, 21. Juli 2013

Steter Tropfen höhlt den Stein.

Wenn wir etwas ändern wollen in unserem Leben, weil wir denken, dass sich etwas ändern sollte, dann hilft es oft gar nicht, alles auf einmal und im großem Stil umkrempeln zu wollen.
 
Es sind nicht die Wellen und Wogen, die unser Leben nachthaltig ändern. Sie bringen uns nur Chaos und Unsicherheit und bergen den Wunsch nach der Erhaltung des Status quo. Eine Welle bringt unser Leben aus den Fugen, nicht in den gewünschten Rahmen. Wir sind verwirrt, fühlen uns nicht mehr wohl und kehren zurück in unser altes gemütliches, vertrautes Leben.

Nachhaltige Veränderungen bedürfen Zeit und Geduld. Sie etablieren sich in kleinen Portionen - Tropfen.

Ein Beispiel:
 
Ich beschließe, mich mehr zu bewegen, etwas für die Figur oder den Kreislauf zu tun. Gleich morgen fang ich damit an und powere so, wie ich das immer in Werbung und Zeitschriften sehe. Am besten ich melde mich im Fitness-Studio an. Vorher muss ich mich noch entsprechend einkleiden, soll ja nach was aussehen. Ja, und dann muss ich natürlich eins finden, dass nicht so weit von zu Hause bzw. von meiner Arbeitsstelle entfernt ist. Buh, dazu fehlt mir aber in den nächsten Tagen die Zeit. In der übernächsten hab ich so viele Termine. Ok, dann mach ich das nach meinem Urlaub. Eine ganze Wanne von Vorarbeit, die zu leisten einfach überfordert. Also bleibt es beim Vorhaben - ohne Umsetzung.
Die Version der kleinen Schritte geht so:
Ich beschließe jeden Tag 5 Minuten zu laufen bzw. flott zu gehen. Das funktioniert erst mal auch mit den Halbschuhen, die ich schon habe. Die Joggingschuhe kann ich mir immer noch holen, wenn ich eh zum einkaufen unterwegs bin.
In der ersten Woche, 5 Minuten. Nicht länger. Das schreckt nicht ab, passt garantiert in meinen engen Terminkalender, und mein müder, untrainierte Körper kann das verkraften und mein Freund der innere Schweinehund kommt gar nicht erst auf  Boykott-Gedanken.
5 Minuten, das klingt erst mal lächerlich wenig, aber es ist der 1. Tropfen auf dem steinigen Weg zum leidenschaftlichen Marathonläufer. Und in der 2. Woche ist es bereits zur kleinen Gewohnheit geworden. Vielleicht noch nicht zu einer lieben Gewohnheit, aber es ist machbar. Und darauf lässt sich aufbauen: Eine Viertelstunde in der 3. Woche und - ich wünsche mir dringend ordentliche Laufschuhe, die ich dann auch gleich nach Büroschluss kaufe.
Nach 4 Wochen freut sich die Seele und auch der Körper schon aufs Laufen. Und die 20 Minuten täglich sind keine Qual oder gar ein Opfer für die Gesundheit. Nein, Erholung pur.

Wichtig: Kleine Schritte, aber konsequent. Gar nicht erst darüber nachdenken: "Soll ich oder soll ich nicht?". Just do it! Schuhe anziehen und raus. Für 5 Minuten täglich muss man auch nicht mit dem Auto irgendwohin fahren. Die Gegend vor der Haustür ist ausreichend. Hauptsache, du bewegst dich!

So, das war er also: mein erster Blog.
Ein Feedback von Dir, liebe Leserin, lieber Leser, wäre super!
Danke.
Deine Mo.

Samstag, 20. Juli 2013

Der Anfang.


Puh, das war anstrengend!

Morgen, wenn ich ausgeruht bin, dann werde ich anfangen zu schreiben. Versprochen. Smile.

Gute Nacht und angenehme Ruh!
Mo.

Über mich


Mein Motto:
Es macht nichts,
wenn du
ab und zu
stolperst.
Hauptsache,
du bewegst dich.
(von Bibi Hallas)
 
... und wenn man fällt: immer wieder aufstehen!
 
Ich bin schon oft gestolpert und im Grunde hat mich dieses "Stolpern" auf neue Ideen und hin zu neuen Erfahrungen gebracht. Es hat mich zu der Frau gemacht, die ich heute bin.