Sonntag, 4. August 2013

Stille.

So still, dass man die Tropfen hören kann, die von den Blättern fallen nach einem heftigen Gewitterregen. Die Stille nach dem Sturm. Zum ruhigwerden, zum Luftholen. Zum wieder bei sich selbst ankommen und sich geborgen fühlen.

Ruhe. Die Ruhe, die die Zeit tropfen lässt.
Ruhe, um seinen Gedanken zuhören zu können.

Viele Menschen halten Stille nicht aus. Sie haben Angst davor. Angst mit sich selbst allein sein zu müssen, daher verstecken sie sich hinter permanenter Geräuschberieselung. Das können Medien wie Fernsehen, Radio, Telefonate, aber auch pausenloses Geplapper oder das Lesen und Schreiben von Nachrichten in sozialen Netzwerken, technische Geräte usw. sein. Alles, was dazu beiträgt, sich nicht selbst hören zu müssen. Ablenkungen von der Unerträglichkeit des Alleinseins.

Doch Ruhe und  Stille sind Oasen inmitten der grellen Wüste aus Eile, Ärger, Druck und Sorgen. Stille heilt.

Ruhe ist nicht nur die Abwesenheit von Geräuschen. Ruhe ist auch die Abwesenheit von nagenden Sorgen oder Gedankenspiralen. Stille im Kopf. Einüben von "Nichts-Denken", um Klarheit in seine Gedanken zu bringen. Auch das geht tröpfchenweise. Jeden Tag ein paar Minuten und seien es nur
Fünf inmitten von Terminen und Verpflichtungen. 5 Minuten nichts hören, nichts tun, nichts denken.

Wir sollten jeden Tag Minuten oder gar Stunden für das Alleinsein mit uns selbst finden. Stille genießen. Wer seine Pausen nur auf 5 oder 6 Wochen Urlaub im Jahr verteilt (der ja auch organisiert werden muss und vollgestopft wird mit Muss-Erlebnissen), der erholt sich nicht. Warum fühlen wir uns denn nach einem Tag Arbeiten wieder urlaubsreif? Weil es nicht die Wanne voll mit Urlaubstagen ist, die den Geist reinigt und regeneriert. Nein, es sind die kleinen Tropfen der Stille und Ruhe im Alltag, die uns helfen nicht zu verbrennen im Feuer der Verpflichtungen. Jeder Tropfen Stille höhlt den Stein des Drucks, der uns krank machen kann.

Stille. In einer lauten Zeit, in einem lauten Leben ist Stille zum Luxus geworden. Wertvoller als ein neues schnelles Auto oder der teure Club-Urlaub mit pausenloser Animation.

Wenn wir uns selbst finden wollen, müssen wir die Stille suchen - in uns und um uns herum.
 

Ich wünsch Euch eine ruhige Nacht und einen Tag der Stille!
 

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Mein Motto:
Es macht nichts,
wenn du
ab und zu
stolperst.
Hauptsache,
du bewegst dich.
(von Bibi Hallas)
 
... und wenn man fällt: immer wieder aufstehen!
 
Ich bin schon oft gestolpert und im Grunde hat mich dieses "Stolpern" auf neue Ideen und hin zu neuen Erfahrungen gebracht. Es hat mich zu der Frau gemacht, die ich heute bin.